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Gästebuch

Frau Hoevers Ausführungen haben wir ungekürzt im Original übernommen.

Warum immer warten, bis Tierarzt und Hufschmied nicht mehr weiter wissen??

Wenn ich erzähle, dass ich keinen Hufschmied sondern einen Huforthopäden für meine Pferde habe, wird man vom Großteil der Leute noch immer mit fragenden Augen angeguckt. Erzähle ich aber die Geschichte wie ich dazu gekommen bin und was es tatsächlich gebracht hat, werden die Leute hellhörig.

Die ganze Geschichte begann Anfang April. Yohetta, meine 20 jährige Warmblutstute, lahmte auf einmal vorne rechts. Also kam mal wieder der Tierarzt und beguckte sich das Ganze. Wir versuchten es erst mal mit einem Schmerzmittel, denn es konnte ja sein, dass sie sich einfach nur vertreten hatte. Nach einer Woche sollte ich mich melden und wenn es dann nicht besser sein sollte, müssten er halt röntgen. Und so war es dann auch. Yohetta lahmte noch immer und so wurden Röntgenbilder gemacht mit und ohne Narkose in den einzelnen Teilen ihres Beins. Der Tierarzt fuhr ab und wollte sich am nächsten Tag melden, sobald die Bilder entwickelt waren. So war es dann auch. Am nächsten Vormittag klingelte das Telefon und die Diagnose lautete: ein Loch im Strahlbein, das weiter wachsen wird, bis es an der Oberseite des Strahlbeins ausbricht. Dann werden die Bänder und Sehnen angegriffen und das ist dann das Aus. Das Pferd sollte nicht mehr geritten werden. Die Fragen die man dann stellt, wie z.B. Woher kommt das? Kann man etwas dagegen tun? Wie lange dauert es, bis es nach oben ausbricht?..... wurden nur mit, „Keine Ahnung“, „Das hat man noch nicht erforscht“, „Das weiß man nichts drüber“... beantwortet.

Er empfahl für die Vorderhufe einen Beschlag, der von unten mit Silikon ausgefüllt werden sollte, eine wohl so genannte „Platte Sohle“. Der Hufschmied wüsste schon bescheid. Und so wurde es dann auch gemacht. Der Hufschmied wurde bestellt und machte das, was der Tierarzt gesagt hatte und bekam eine Menge Geld dafür.

Yohetta hatte 1 ½ Monate diese Eisen unter ihren Hufen. Sie lief ganz gut darauf, aber gerade auf Asphalt ging sie übervorsichtig, damit sie nicht wegrutschte. Immer öfter kam mir der Gedanke, dass das irgendwie doch nicht ganz richtig sein kann. Der Huf war ja richtig zugeklebt und konnte nicht atmen. Aber der Tierarzt hat es ja so gesagt und der hat es ja schließlich studiert.....

Dann kam die Equitana Open Air und meine Zweifel waren immer mehr geworden. Auf der Equitana sah ich dann den Stand der Huforthopäden. Von Huforthopäden hatte ich vorher noch nie was gehört, aber ich dachte mir, fragen kann man ja mal. Ich trug also mein Problem vor und ließ mir die ganze Sache mal aus einer anderen Sicht erklären, wovon ich unterbewusst ja eh schon überzeugt war. Die Huforthopäden baten mich, die Hufe einmal zu fotografieren, das Pferd beim laufen zu filmen und wenn möglich, die Aufnahmen noch am gleichen Wochenende auf der Equitana vorbei zu bringen. Ich also nachhause, meine Stute und ihre Hufe gefilmt und am nächsten Tag wieder zur Messe. Dort saßen dann 5 oder 6 Orthopäden vor der Kamera und als dann der Teil mit den Fotos der Hufe kam, hörte man nur ein lautes, einstimmiges „Ach Du Sch...!“ Mir wurde also das bestätigt, was ich schon geahnt hatte. Also wurde ein Termin für den folgenden Donnerstag gemacht, denn die Sache eilte ja.

Am folgenden Dienstag kam ich abends zum Stall und Yohetta ging es mehr als schlecht. Sie konnte kaum laufen, kippte fast vorne über und hatte einen leeren, ziellosen Blick. So hatte ich mein Pferd noch nie erlebt. Ich hatte im Hinterkopf, dass der Tierarzt gesagt hatte, dass ich merken würde, wann der Tag da wäre, wenn Yohetta nicht mehr könnte. Was sollte ich tun? Wollte sie nicht mehr? War das Loch durchgebrochen? Lohnt der Orthopäde noch? Rufe ich den Tierarzt, dass er sie einschläfern soll oder warte ich den Donnerstag ab? Eine schlaflose Nacht mit hin und her überlegen folgte. Mittwochs ging es immer noch so schlecht, aber ich wollte den Donnerstag abwarten. Sonst hätte ich mir wahrscheinlich ewig vorgeworfen, dass ich das nicht noch ausprobiert hatte. Dann war es endlich so weit. Die Huforthopäden kamen. Als sie die Hufe live und in Farbe sahen, schlugen sie nur die Hände über dem Kopf zusammen. Als die Eisen runter waren, konnte man in Yohettas Gesicht sehen, das irgendetwas von ihr abgefallen wäre. Ihr Gesichtsausdruck wurde innerhalb von Sekunden ein anderer. Als dann nach ca. 2 ½ Stunden alle Eisen runter waren, die Hufe richtig geschnitten und gefeilt waren, in den hinteren Hufen jeweils ein Eiterabszess rausgeschnitten war (die der Hufschmied überhaupt nicht gesehen hatte), sollte ich mit Yohetta ein Stück gehen. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Pferd, dem es so schlecht ging, dass ich es einschläfern lassen wollte, lief wieder normal!!!

Tja, seit dem geht es Yohetta einfach gut! Momentan muss der Huforthopäde noch alle zwei Wochen kommen, da die Hufe natürlich noch ausbrechen, denn sie hat schätzungsweise 15 Jahren Eisen getragen und der Huf muss sich erst daran gewöhnen. Aber der Hufzustand wird täglich besser!

Reiten kann ich sie zwar nicht mehr, aber das ist nicht schlimm. Sie ist wieder zu dem fröhlichen und aufgeweckten Pferd geworden, was sie vorher war. Sie rennt morgens wieder mit der ganzen Herde im vollen Karacho auf die Weide und man sieht, dass es ihr gut geht.

Ich kann jedem nur empfehlen einen Huforthopäden zu Rate zu ziehen. Aber nicht erst wenn Tierarzt und Hufschmied nicht mehr weiter wissen.

Man erspart seinem Pferd die lange Zeit des Experimentierens!!!

 

 

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